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Die Poetikdozentur 2020 geht an: Iris Hanika - VERSCHOBEN !

Die Translit und sämtliche damit verbundene öffentliche Veranstaltungen werden auf Grund der Corona-Epidemie auf das Sommersemester 2021 verschoben.

Iris Hanika behält die Poetikdozentur und wir freuen uns sie im nächsten Jahr begrüßen zu dürfen. 

 

Iris Hanika

Iris Hanika, 1962 in Würzburg geboren, lebt seit Ende der 1970er Jahre in Berlin. Im Jahr des Mauerfalls beendet sie ihr Magisterstudium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft und Neueren Deutschen Literatur an der Freien Universität mit einer Untersuchung zur Wiederkehr des Epos im modernen Roman am Beispiel von Dos Passosʼ „Manhattan Transfer“ und Döblins „Berlin Alexanderplatz“. Ihr Oeuvre umfasst seit ihrer ersten Buchpublikation im Jahr 1992 zunächst eher kurze nicht-fiktionale und essayistische Texte, Arbeiten zur Psychoanalyse und dann vor allem Romane. Von 2003 bis 2006 erscheinen ihre Werke in der Edition Suhrkamp, von 2008 an im Literaturverlag Droschl. 2006 erhält Hanika den Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster, 2017/2018 ist sie Stipendiatin der Villa Massimo. Der Roman „Treffen sich zwei“ steht im Erscheinungsjahr 2008 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, der Roman „Das Eigentliche“ von 2010 wird mit dem European Union Prize for Literature sowie mit dem Preis der LiteraturTour Nord ausgezeichnet.

Immer wieder eröffnen sich in Hanikas Oeuvre transmediale Zusammenhänge und Perspektiven. „Berlin im Licht. 24 Stunden Webcam“, von Iris Hanika und Stefanie Flamm herausgegeben (Suhrkamp 2003) und von Hanika als „Kollektivroman“ charakterisiert, wählt Beiträge der von September 1999 bis Juni 2002 täglich erschienenen Kolumne „Webcam“ der Berliner Seiten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus, um einen Tag in Berlin zu erzählen. Dabei schmiegt sich dies Erzählen den medialen Konditionen und Eigenheiten des präzise beobachtenden Kameraauges an, um im Modus der ,Momentaufnahme‘ kontingenter Ereignisse ein Panorama des gewöhnlichen Lebens in der Metropole zu entwerfen.

Speziell auch finden sich in Hanikas Werken Reflexionen über Musik und über das Verhältnis von Musik und Sprache und ihre je eigenen medialen Konditionen. „Musik für Flughäfen“ (Suhrkamp 2005) nimmt schon im Titel Brian Enos „Music for Airports“ (1978) auf. „Tanzen auf Beton“ (Droschl 2012) enthält neben anderen Räsonnements über Musik und Tanz einen Essay über Heavy Metal und setzt den Liebesdiskurs in Beziehung zum Musikdiskurs: „Wie man auch, wenn man Musik hört, jenseits der Sprache ist, also nicht in der Sprache“ (Iris Hanika). Und auch sonst spielen Hanikas Romane immer wieder mit medialen Übergängen in Form von „Musik-Einlagen“, mit Inseraten von Lied- oder Songtexten, die die literarische Prosa aufbrechen und etwas zur Sprache bringen wollen, was „jenseits der Sprache ist“.

Die Geschichte von der Amour fou zwischen der Hysterikerin Senta und dem Systemberater Thomas, die Hanikas Roman „Treffen sich zwei“ erzählt, hat schließlich selbst das Medium gewechselt: 2016 ist sie von Ulrike von Ribbeck auf der Grundlage des Drehbuchs von Ribbeck und Ruth Rehmet verfilmt worden.